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Freiwilligenarbeit in Südafrika | Yvonne in der Marico Academy

Yvonne lebt seit sieben Monaten für ihren weltwärts-Freiwilligendienst in Groot Marico im Nordwesten Südafrikas. An der Marico Academy unterstützt sie Kinder im Vorschulalter im Unterricht und erlebt einen Alltag zwischen Schulbusfahrten im Morgengrauen, Farmleben und neuen Begegnungen. In ihrem Erfahrungsbericht erzählt sie, wie ihr internationaler Freiwilligendienst ihren Blick auf den Alltag verändert hat, welche besonderen Momente sie in Südafrika erlebt und warum die Zeit vor Ort so prägend für sie ist.

Mit dem Schulbus in den Tag starten

Mittlerweile ist vieles um mich herum vertraut geworden und ich habe eine richtige Routine entwickelt. Am Anfang fiel es mir noch schwer, einfach mal nichts zu tun. Inzwischen genieße ich genau diese Momente, weil ich machen kann, worauf ich Lust habe. Generell verspüre ich viel weniger Druck, ständig produktiv sein zu müssen, als noch in Deutschland.

Auch wenn es jeden Morgen eine Überwindung ist, um sechs Uhr aufzustehen (besonders jetzt im südafrikanischen Winter, wenn es morgens teilweise nur zwei Grad hat), werden meine Mitfreiwillige und ich auf dem Weg zum Schulbus mit wunderschönen Sonnenaufgängen belohnt.

Mein Arbeitstag beginnt kurz nach acht Uhr mit vielen Liedern, die wir gemeinsam mit den Kindern singen. Anschließend unterstütze ich die Vorschulkinder im Unterricht. Gemeinsam üben wir Zahlen, Formen, Farben und Buchstaben oder bearbeiten Arbeitsblätter.

Besonders nach den Sommerferien hat sich viel verändert: Inzwischen gibt es feste Abläufe und eine gute Struktur im Unterricht. Die Sprachbarriere ist manchmal noch herausfordernd, da viele Kinder Setswana sprechen und der Unterricht teilweise auf Afrikaans stattfindet. Trotzdem habe ich bereits wichtige Wörter gelernt und versuche, die Kinder so gut wie möglich zu unterstützen.

Nach der Essensausgabe beginnt die zweite Unterrichtseinheit. Da mein Schulbus erst am Nachmittag zurückfährt, helfe ich anschließend oft noch im Kindergarten von meiner Mitfreiwilligen aus. Diese Zeit genieße ich besonders, weil ich mich dort mit den Lehrerinnen austauschen kann und auch dort die Arbeit mit den jüngeren Kindern viel Freude macht.

Zwischen Farmleben und großen Abenteuern

Auch außerhalb meines Freiwilligendienstes erlebe ich unglaublich viel. Ein besonderes Highlight waren die Osterferien, in denen wir nach St. Lucia und Sodwana Bay gereist sind. Neben entspannten Tagen am Strand haben wir eine Safari im Hluhluwe Game Reserve gemacht und bei einer Sunset Cruise zahlreiche Flusspferde beobachtet.

An anderen Wochenenden besuchten wir die Freiwilligen in Potchefstroom. Dort wurde mir noch einmal bewusst, wie unterschiedlich das Leben während eines internationalen Freiwilligendienstes in Südafrika aussehen kann. Während andere mitten in der Stadt wohnen, leben wir auf einer Farm in einfachen Holz- und Steinhütten – weit weg vom Trubel.

Genau das macht diese Zeit für mich aber auch besonders. Hier gibt es weniger Ablenkung und mehr Raum, die kleinen Dinge wertzuschätzen. Auch spontane Begegnungen mit Menschen vor Ort gehören dazu. Vor Kurzem waren wir beispielsweise bei einer Lehrerin eingeladen und haben gemeinsam einen Braai gemacht – ein Abend, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

„Man lernt, über sich hinauszuwachsen“

Die vergangenen Monate haben mich nachhaltig verändert. Ich habe gelernt, schwierige Phasen fern von Zuhause zu meistern, offener mit neuen Situationen umzugehen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Vor allem habe ich gemerkt, wie wertvoll die Menschen sind, die mich während meines Freiwilligendienstes begleiten. Neue Freundschaften, gemeinsame Erlebnisse und der Austausch mit anderen Freiwilligen machen dieses Jahr für mich so besonders.

Ich bin unglaublich dankbar, meinen Freiwilligendienst in Südafrika machen zu dürfen. Die Erfahrungen, die ich hier sammle, hätten sich durch keine Erzählung ersetzen lassen. Jetzt freue ich mich auf die letzten drei Monate – auf weitere Reisen, neue Begegnungen und darauf, noch mehr Zeit mit den Menschen zu verbringen, die dieses Jahr für mich zu etwas ganz Besonderem machen.

Freiwilligendienst zwischen Alltag und Abenteuer

Yvonnes Erfahrungsbericht zeigt, wie vielfältig ein Freiwilligendienst in Südafrika sein kann. Zwischen der Arbeit mit Vorschulkindern, dem Leben auf einer Farm und gemeinsamen Reisen durch das Land hat sie nicht nur neue Orte entdeckt, sondern auch ihren Blick auf den Alltag verändert. Ihr internationales Freiwilliges Jahr macht deutlich, dass Freiwilligenarbeit weit über die Unterstützung im Projekt hinausgeht: Sie schafft Raum für persönliche Entwicklung, neue Freundschaften und Erfahrungen, die lange über die Zeit in Südafrika hinaus wirken

Begleitung durch das DSJW

Das Deutsch-Südafrikanische Jugendwerk (DSJW) begleitet Yvonne während ihrer gesamten Freiwilligenarbeit in Südafrika und legt großen Wert auf Reflexion, Austausch und persönliche Entwicklung.

Interesse?

Wenn du mehr über Freiwilligenarbeit in Südafrika erfahren möchtest, informiere dich auf unserer Webseite, lies weitere News und Erfahrungsberichte oder nimm direkt Kontakt zu uns auf. Gemeinsam möchten wir interkulturellen Dialog fördern und jungen Menschen ermöglichen, über sich hinauszuwachsen.
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