Emily lebt und arbeitet seit fast zehn Monaten im Louis Hildebrandt Kinderhuis in Volksrust. In ihrem weltwärts Freiwilligendienst in Südafrika begleitet sie Kinder und Jugendliche im Alltag, wächst an neuen Herausforderungen und blickt auf eine Zeit zurück, die sie nachhaltig geprägt hat. Sie berichtet:
„Volksrust ist zu einem Zuhause geworden“
Mit nur noch wenigen Monaten bis zum Ende meines weltwärts-Jahres wird mir immer bewusster, wie prägend diese Zeit in Südafrika für mich gewesen ist. Was für viele zunächst wie ein Abenteuer klingt, ist für mich längst zu einem Alltag voller Begegnungen, Herausforderungen und persönlicher Entwicklung geworden.
„Ein offenes Ohr zu sein, bedeutet oft mehr als man denkt“
Besonders ans Herz gewachsen ist mir die Gemeinschaft im Kinderheim. Das Zusammenleben der Kinder erinnert mich oft an das einer großen Familie: Es wird gestritten, gelacht, diskutiert – und am Ende hält man doch zusammen.
Mit der Zeit durfte ich selbst Teil dieser Gemeinschaft werden. Für mich ist es etwas Besonderes, wenn Kinder oder Jugendliche auf mich zukommen, meine Meinung hören möchten oder einfach jemanden zum Reden suchen. Als Freiwillige bin ich weder Hausmutter noch Sozialarbeiterin, sondern oft einfach eine neutrale Ansprechpartnerin, die zuhört und Zeit hat. Gerade diese Gespräche und kleinen Momente machen meinen Freiwilligendienst für mich so wertvoll.



Zwischen Kinderheim und neuem Alltag in Südafrika
Mein Alltag in Südafrika besteht jedoch nicht nur aus der Arbeit im Projekt. Direkt nach dem Abitur bedeutete das Freiwillige Internationale Jahr für mich auch, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Einkaufen, Kochen, Waschen und Organisieren gehören genauso dazu wie die Aufgaben im Kinderheim.
Gleichzeitig habe ich mich auch außerhalb meiner Einsatzstelle schnell eingelebt. Die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen in Volksrust haben es mir leicht gemacht, neue Kontakte zu knüpfen und mich willkommen zu fühlen. Aus einem zunächst fremden Ort ist Schritt für Schritt ein zweites Zuhause geworden.
Neue Perspektiven gewinnen
Natürlich brachte die Freiwilligenarbeit auch Herausforderungen mit sich. Besonders zu Beginn musste ich lernen, mich auf neue Situationen einzustellen, Verantwortung zu übernehmen und die Bedürfnisse der Kinder besser zu verstehen. Mit jeder Erfahrung fiel es mir leichter, Beziehungen aufzubauen und die Kinder in ihrem Alltag zu begleiten.
Auch kulturelle Unterschiede und verschiedene Sichtweisen gehörten zu meinem internationalen Freiwilligendienst dazu. Gerade dadurch habe ich gelernt, wie wichtig Offenheit, Respekt und ehrliche Kommunikation sind. Viele dieser Erfahrungen hätten sich niemals durch Erzählungen ersetzen lassen – man muss sie selbst erleben.
Wenn ich heute auf die vergangenen Monate zurückblicke, kann ich mir kaum vorstellen, direkt nach dem Abitur einen anderen Weg eingeschlagen zu haben. Mein weltwärts-Freiwilligendienst in Südafrika hat mir nicht nur einen Einblick in die Arbeit mit Kindern gegeben, sondern mich auch persönlich wachsen lassen. Die Erfahrungen, Begegnungen und Erinnerungen aus diesem Jahr werden mich noch lange begleiten.
Begleitung durch das DSJW
Das Deutsch-Südafrikanische Jugendwerk (DSJW) begleitet Emily während ihrer gesamten Freiwilligenarbeit in Südafrika und legt großen Wert auf Reflexion, Austausch und persönliche Entwicklung.
Interesse?
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